Woran soll man noch glauben?

Mai 21, 2026 - Lesezeit: ~1 Minute

In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion. (Lesedauer: ca. 4 Minuten)

Es wäre ziemlich falsch zu sagen, dass es in der Kunstgeschichte an der Auseinandersetzung mit Religion oder, breiter gedacht, Spiritualität mangelte. Vielmehr ist es so, dass früher oder später beinahe jeder Künstler an den Punkt kommt, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen.

Caravaggio, der heilige Figuren als Menschen aus dem Alltag zeigte. Rembrandt mit seinen zahlreichen biblischen Szenen. Gauguin, der existenzielle Fragen in beinahe religiöser Bildsprache formulierte. Rothko mit seinen grossen Farbfeldern, die eigentlich meditative Räume eröffnen. Kippenberger, der einen Frosch kreuzigte. Oder die grosse Marina Abramović, die – das zeigte die Retrospektive im Kunsthaus Zürich sehr schön – sich in ihrem Werk immer stärker in Richtung Spiritualität entwickelte.

(pd, rm)
(Foto: Marlies Pekarek: Röntgenaufnahme einer Madonnenstatue. | © Michael Lünstroth)

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