Versuche zur Verwertung von Quaggamuschelschalen aus dem Rhein
Muscheln aus dem Thurgau kommen in das Aargau
September 23, 2026 - Lesezeit: 2 Minuten
22. September 2026 Die Quaggamuschel hat sich in den letzten Jahren im Übergangsbereich zwischen Untersee und Rhein stark ausgebreitet. Die abgestorbenen Muschelschalen werden dabei von der Strömung verfrachtet und in strömungsarmen Zonen rheinabwärts abgelagert.
Um den Transport von größeren Volumen in die unteren Flußabschnitte zu reduzieren, wird von den Kantonen Schaffhausen und Thurgau eine Entnahme und Verwertung der Muschelsedimente angestrebt.
Dazu laufen zurzeit ein Industrieversuch im Holcim Zementwerk Siggenthal sowie Abklärungen in der Düngemittelindustrie.
Großflächige Ausbaggerungen sind nur dann sinnvoll, falls eine nachhaltige Materialverwertung zu verhältnismäßigen Kosten möglich ist. In der letzten Septemberwoche werden deshalb rund 100 Kubikmeter Muschelsedimente im Bereich «z’Hose» unterhalb von Stein am Rhein entnommen.
Der aktuell sehr tiefe Pegelstand ermöglicht die Entnahme mit einem Löffelbagger vom Ufer aus. Das Sediment wird für einen Industrieversuch ins Zementwerk in Siggenthal im Kanton Aargau zur Verwertung geführt.
Dort wird geprüft, ob die kalkhaltigen Muschelschalen im Zementherstellungsprozeß als Ersatz für natürlichen Kalkstein eingesetzt werden können. Dabei stehen insbesondere die Prozessstabilität und die Qualitätsanforderungen im Fokus. Zudem werden mit den Muschelschalen Versuche für den Einsatz in der Düngemittelindustrie getätigt. Die Resultate werden gegen Ende Jahr vorliegen.
Aufgrund der grossen Ablagerungen von abgestorbenen Muschelschalen im Hochrhein zwischen Eschenz und Hemishofen haben die Kantone Schaffhausen und Thurgau im vergangenen Jahr vertiefte Abklärungen zum Vorkommen der Quaggamuschel und zur Entstehung der Ablagerungen durchgeführt.
Erhoben wurden die Menge und die Verbreitung lebender Quaggamuscheln. Zudem wurde die Strömungsdynamik untersucht, um den Transport des Schalenmaterials und die Entstehung der Auflandungen besser zu verstehen. Die Ergebnisse dieser Abklärungen im Synthesebericht einsehbar.
(Foto: Unterwasseraufnahme des massiven Muschelteppichs im Übergang Untersee/Rhein (Bild: Hydra AG)
(rm, pd)

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