Scharfe Kritik an der Staatsanwaltschaft Wallis von Michael Lauber

Staatsanwaltschaft Wallis habe Ansehen der gesamten Schweizer Justiz beschädigt, so der ehemalige oberste Strafermittler

Juni 3, 2026 - Lesezeit: ~1 Minute

Michael Lauber, ehemaliger Bundesanwalt, war heute zu Gast im „Tagesgespräch“ mit David Karasek beim staatlichen Radio SRF. Der frühere oberste Strafverfolger der Schweiz kritisiert das Strafverfahren in Crans-Montana scharf.

Er äußert konkret bittere Kritik an den Ermittlungen beziehungsweise der Staatsanwaltschaft Wallis im Fall der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Er spricht hierbei von ungenügender Kommunikation der Walliser Staatsanwaltschaft aber auch von Verfahrensmängeln. Die Staatsanwaltschaft Wallis habe der "gesamten Justiz geschadet", so Lauber.

Von den 41 Todesopfern des Brands wurden nur zwei obduziert, auch dies ist gemäß Lauber unverständlich. Es sei eine nicht wieder-gut-zu-machende Unterlassung gewesen, nicht alle Opfer sofort obduzieren zu lassen.

Zudem hätten die Barbetreiber, die Morettis, sofort in Haft genommen werden sollen.

Er mache sich Sorgen um das Ansehen der Institution der Staatsanwaltschaft, das ihm sehr am Herzen liege. Sorgen um die Schweizer Justiz, welche insgesamt aufgrund des Verhaltens der Ermittlungsbehörden im Wallis in schlechtes Licht gerückt wurde.

Es hätte die Empathie gefehlt beim Ereignis von Crans-Montana. Man erfülle als Ermittlungsbehörde eine "öffentliche Funktion".

Das ganze Gespräch mit Michael Lauber ist auf SRF hier zu hören.

(pd, rm)
(Foto: Bildschirmfotoausriß SRF)

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