Das Historische Museum Thurgau erforscht seine ethnografische Sammlung mit rund 3000 Exponaten aus 30 Ländern. Erste Objekte sollen Ende Jahr online zugänglich sein.

Kanton Thurgau erforscht seine ethnografische Sammlung

"Dankbar für Hinweise"

Das Historische Museum Thurgau erforscht seine ethnografische Sammlung mit rund 3000 Exponaten aus 30 Ländern. Erste Objekte sollen Ende Jahr online zugänglich sein.

Oktober 8, 2026 - Lesezeit: 4 Minuten

Seit Herbst 2023 erforscht das Historische Museum Thurgau mit Hilfe von Experten seine ethnografische Sammlung, die insgesamt rund 3000 Exponate umfaßt. Ende Jahr sollen die ersten Objekte der breiten Öffentlichkeit in einer Internet-Datenbank zugänglich gemacht werden.

Von Haarnadeln über Löffel aus Tierknochen bis zu Mützen: Rund 3000 Exponate aus 30 Ländern umfaßt die ethnografische Sammlung des Kantons Thurgau. Was genau sich unter den Schätzen aus aller Welt befindet, wird derzeit erforscht, denn nachdem die Sammlung 1996 ins Historische und Völkerkundemuseum St. Gallen ausgelagert worden war, hatte sie knapp drei Jahrzehnte weitgehend brach gelegen.

Das änderte sich im Herbst 2023. Unter der Leitung von Christine Süry, kulturhistorische Kuratorin des Historischen Museums Thurgau, kamen die Exponate zurück nach Frauenfeld. „Seither sind wir dabei, mit Hilfe von Experten die Objekte zu erfassen und zu dokumentieren“, sagte sie am Montag im Rahmen einer Herbstmedienfahrt. Das erklärte Ziel: Die Objekte werden in der Internet-Datenbank des Historischen Museums erfaßt. „Auf diese Weise können wir sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagte Süry. Bis Ende Jahr sollen die ersten Einträge online zu finden sein.

Souvenirs eines Frauenfelder Arztes

Ein Teil der Objekte, die während über 100 Jahren von Thurgauer Reisenden, Kaufleuten, Industriellen, Diplomaten und Gelehrten erworben und in ihre Heimat gebracht wurden, ist bereits erforscht. Darunter rund 120 Objekte aus der Kultur der Samen.

Ein Großteil davon hat der Frauenfelder Arzt Elias Haffter (1851 bis 1909) erworben. Unter die Lupe genommen hat die Objekte Claudia Fischer, Expertin für die Kultur der Samen.

„Es handelt sich vorwiegend um kunstvoll gefertigte Alltagsgegenstände, die von den Samen den damals ersten in den 1880er-Jahren professionell geführten Touristen angeboten wurden“, sagte sie.

Noch ganz am Anfang steht derweil Karin von Niederhäusern, Expertin für die Kulturen Nordamerikas. Ende August hat sie die Arbeit aufgenommen.

Dankbar für Hinweise

Während die Objekte aus dem Nachlaß von Elias Haffter gut dokumentiert sind – er hat über seine Reisen Buch geführt und sogar Berichte verfaßt, die in der „Thurgauer Zeitung“ erschienen sind –, tappt das Historische Museum bei anderen Objekten im Dunkeln.

„In manchen Fällen haben wir lediglich den Namen der ursprünglichen Besitzerin oder des Besitzers, sonst nichts“, sagte Christine Süry.

Entsprechend froh seien sie um Hinweise. „Wir fragen uns zum Beispiel, weshalb eine Person eine Reise angetreten, respektive was sie in jenem Land gemacht hat.“

Hierfür habe das Historische Museum eine Liste mit sämtlichen Donatoren auf der Webseite veröffentlicht. Hinweise können per elektronischer Post (historisches.museum@tg.ch) oder Telefon (058 345 73 80) ans Historische Museum Thurgau gerichtet werden.


Gruppenporträt einer Samenfamilie vor Zeltkoten bei Trömsø in Sápmi (früheres Lappland) (NOR, SWE, FIN, RUS), Nordskandinavien, 1898 Bild: Johann Henrik Wennberg (1856–1936)


Messer mit Lederscheide von der Gemeinschaft der Samen aus Sápmi (früheres Lappland) (NOR, SWE, FIN, RUS), Nordskandinavien, um 1902

Bild ganz oben: Claudia Fischer, Expertin für die Kultur der Samen, entschlüsselt historische Fundstücke der Samen und erzählt die Geschichten dahinter.

(pd, rm) 

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